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Hoher Hagen - Gaußturm

Der Alte Gaußturm
Hatte noch einst 1801 Johann Wolfgang von Goethe den Hohen Hagen bei Dransfeld als Aussichtspunkt besichtigt und in seinem Tagebuch davon geschwärmt, war rund einhundert Jahre später die Situation eine andere: Zunehmender Bewuchs des Berges erschwerten die Sicht von der, durch den Bergbau sich verschiebenden, Kuppel des Berges mehr und mehr.

Um dennoch weiterhin Anziehungspunkt für Wanderer und Ausflügler zu sein, beschloss man seitens des 1904 neu gegründeten Verschönerungsvereins den Bau eines Aussichtsturmes, der gleichzeitig als Erinnerung an die Triangulation, die Vermessung des Königreichs Hannovers von der Spitze des Hoher Hagens, Carl Friedrich Gauß’ zwischen 1818 und 1826 (Ende der gesamten Vermessung) dienen sollte.

Zur Finanzierung eines Turmbaus wurde eine groß angelegte Spendenaktion, über die Grenzen Dransfelds hinaus, begonnen.
Als das Kapital nach nur kurzer Zeit bereits auf 15.000,- Goldmark angewachsen war, steuert auch Kaiser Wilhelm II. eine Beteiligung von 4.000,- Goldmark zum Bau des Turmes bei.
Besonders trat hierbei der Dransfelder Lehrer und Kantor Karl Forthmann (1871 – 1964) hervor, der diese Spendensammlung initiierte und zahlreiche Male als Bittsteller auftrat.
Obwohl die angedachte Bausumme von 51.000,- Goldmark noch nicht beisammen war, fand am 29. Juli 1909 mit großem Zeremoniell die Grundsteinlegung auf dem Hohen Hagen statt. Die Wahl dieses Datums war kein Zufall, hatte doch auf den Tag genau 88 Jahre zuvor, am 29. Juli 1821, Carl Friedrich Gauß seine Vermessungsarbeiten auf dem Hohen Hagen beendet gehabt.

Der Entwurf des Turmes stammt von den Kasselaner Architekten Ludloff und Stiege, die sich in einem Wettbewerb mit ihrem Entwurf gegen acht Mitbewerber durchsetzen konnten.
Fast ziemlich genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung, am 31. Juli 1911, war der 32,3 m hohe Turm – aus Basaltsteinen des Hohen Hagens gebaut – fertig gestellt und wurde vor über 2.000 Gästen feierlich eingeweiht.

Die Aussichtsplattform befand sich in 22,17 m und somit auf ca. 528 m über NN – auch die Aussichtsplattform des neuen Gaußturmes befindet sich in dieser Höhe, obgleich dieser annähernd 30 m tiefer steht.

In den 1950er Jahren traten am Mauerwerk des Turmes, durch den immer weiter fortschreitenden Basaltabbau im benachbarten Steinbruch, erste Risse auf.

Nachdem die Bruchkante des Steinbruchs nur noch 36 m vom Gaußturm entfernt bildeten sich im Oktober 1962 tiefe Risse in den Wänden des Turmes somit wie auf der gesamten Turmwiese – aufgrund der Gefahr, dass der ganze Turm in abstürzen könnte wurde mit sofortiger Wirkung das Betreten des Turmes seitens des Bergamtes und des Landkreises Münden untersagt.

Am 14. November 1963 schließlich geschah es und der Turm stürzte ein.

In einem Vergleich vor dem Celler Oberverwaltungsgericht erklärte sich das Basaltwerk 1964 zur Zahlung einer Ausgleichssumme bereit, die, neben weiteren Finanzmittel anderer Seiten, zur Finanzierung eines Turmneubaus, entfernt der für die Zukunft anvisierten Bruchkante, diente.

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Aktualisiert (Donnerstag, den 20. März 2014 um 09:00 Uhr)

 

 

 

 

 
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